(v.l.n.r.) Egbert Symens, Wilfried Kleinen, Thomas Mertes, Stefan Lenzen MdL, Alexander Dorner

Im Rahmen der Reihe „FDP im Dialog“ besuchten wir das international operierende Traditionsunternehmen KSK Industrielackierungen GmbH & Co. KG. Schwerpunkte des Dialoges waren Auswirkungen der CORONA-Krise auf das Unternehmen, Digitalisierung und Bürokratismus.
Mit etwa 400 Mitarbeitenden ist die KSK Industrielackierungen GmbH & Co. KG einer der großen Arbeitgeber in Geilenkirchen, welcher sich auf Speziallackierungen für namhafte große Automobilhersteller spezialisiert hat. Die beiden Geschäftsführer Egbert Symens und Thomas Mertes gewährten uns einen Einblick in die aktuellen Geschäftsfelder. So erfuhren wir aus erster Hand, wo der Schuh drückt und vor welchen Herausforderungen das Unternehmen steht.

„Wie viele anderen Unternehmen und Firmen hat auch unsere Firma mit den Auswirkungen der CORONA-Pandemie zu kämpfen. So wurden kurz nach Ausbruch der Pandemie in Deutschland Aufträge kurzfristig storniert. Verstärkt wird der Produktionseinbruch aktuell durch ausbleibende Aufträge aufgrund von Lieferengpässen in der Halbleiterindustrie für die Automobilhersteller“, so Thomas Mertes. Egbert Symens weiter: „Würde es die Möglichkeit der Kurzarbeit in der aktuellen Form nicht geben, dann wären auch wir gezwungen gewesen, Mitarbeiter zu entlassen! Bis jetzt sind wir mit verkraftbaren Umsatzeinbußen durch die noch anhaltende Krise gekommen. Da jedoch die Auftragseingänge im Automobilmarkt steigen, sehen wir positiv in die Zukunft. Zusätzlich öffnen wir uns für weitere Märkte außerhalb der Automobil-Welt.“
Angesprochen auf das Thema Digitalisierung musste Thomas Mertes feststellen, „dass der Standort hier eher bescheiden unterwegs ist. So ist zwar das Verwaltungsgebäude mit schnellem Internet, also Glasfaser versorgt, aber die 600 Meter entfernten Werkshallen sind nur über eine eigene Richtfunkanlage angebunden.“ Für uns ist dies nicht nachvollziehbar, denn gerade das produzierende Gewerbe ist im Zusammenhang mit engen und zeitkritischen Lieferketten in der heutigen Zeit auf eine hohe Bandbreite und Übertragungsrate angewiesen. Eine Nachfrage bei der Stadt Geilenkirchen im Nachgang ergab, dass das BUND/Land-Förderprogramm genutzt werden soll, um das Gewerbegebiet Niederheid von seinen weißen Flecken zu befreien.

Ein wahrer Dorn in den Augen der beiden Geschäftsführer ist der lähmende Bürokratismus. Dies machen beide am Beispiel des Baus des firmeneigenen Blockheizkraftwerkes deutlich. „Hier ist Kreativität erforderlich, indem man sich die erforderlichen Genehmigungen nicht als Gesamtprojekt einholt, sondern das Gebäude und die Anlage als getrennte Projekte beantragt. Sonst benötigt man nur für das Genehmigungsverfahren mehr als ein Jahr“ so Thomas Mertes.

Mit einem Rundgang in den Werkshallen im laufenden Betrieb konnten wir uns ein umfassendes Bild von der Komplexität und Besonderheit der industriellen Lackierung machen und freuen uns auch eine Wiederholung des Besuches.